Sommer, Sonne das ist Ferienzeit
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- Erstellt am Samstag, 29. Oktober 2011 19:55
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Endlich Sommerferien jauchzend kam mein Sohnemann von der Schule nach Hause. Das Giftblatt zur Seite gepackt machten wir uns sogleich an die Urlaubsplanung. Einige Vorschläge später stand fest was wir machen. Angeln entsprach doch gleichzeitig auch meinem Wunschdenken.
Am Rande erwähnt, mein Sohn ist 8 Jahre jung und sein Huntergen vollkommen ausgeprägt. Schon mit zarten 2 Jahren begleitete er uns auf kleinen Sohlen. Mit 3 die ersten Nächte im Zelt und in diesem Dreh auch seine ersten Fische.
Lange mussten wir Mama nicht überzeugen und schmiedeten Pläne. Dieses Mal wollte ich ihm die Entscheidungen fällen lassen wie vorgegangen wird. Er durfte die Gewässerwahl treffen und den Speiseplan für eine Woche festlegen. Auch bei der Köderwahl mischte er kräftig mit. Die letzten wenigen Tage die uns vom „Haus am See „ trennten wurde mein Kleiner immer nervöser. Jagdfieber, Vorfreude und Lust auf Sonne, Fisch und Erlebnisse heizten seine Gedanken kräftig an.
Endlich war der Tag gekommen und es ging los. Eine gute Stunde die wir im Auto unterwegs waren verbrachten wir beide fast schweigend. Beide zu sehr gespannt auf das was uns erwarten wird und etwas gefrustet da stellenweise Regen auf die Windschutzscheibe prasselte. Am Zielgewässer angekommen stand gerade mal das Zelt ohne Heringe und Petrus öffnete seine Schleusen. Wie eine Mahnung kam es in Form von Wasser herunter zu uns. Verkrochen im unfertigen Heim auf Zeit schauten mich glänzende Kinderaugen an und er meinte voller Zuversicht, dass wir bleiben auch wenn Gewitter und Sturm kommen sollte. So soll es sein und als der Regen abflachte beeilte ich mich mit dem restlichen Aufbau sodass die Ruten zügig zum Einsatz kommen sollten. Als die Fallen scharf und das Lager errichtet war schob ich sogleich die ersten Kohlen in den Grill. Futterboot füllen, Montagen auslegen macht aber auch hungrig. Das Warten auf die goldene Glut konnte uns dann schon der erste Fisch versüßen. Kein Riese aber schön anzuschauen spurtete mein Sohn los um die Kamera zu holen. War ja das auch eine neue Herausforderung die bewältigt werden wollte. Die Überraschung war gelungen, seine Bilder die ich nach dem Versorgen des Spieglers zu sehen bekam waren spitze. Schon folgte der Beschluss, dass der neue Fotograf für alle weiteren Fänge fest steht. Endlich kamen dann die leckeren Grillereien auf den Rost und die Leckerei stärkte uns reichlich. Den Rest des Tages verbrachten wir mit Spiel und Spaß, eben genau so wie es sein sollte. Die Nacht brachte keinen Besucher auf die Matte.
Morgens torkelten wir schlaftrunken aus unserem Bivvy und starteten den Tag nach einer Katzenwäsche und einem starken Kaffee / Kaba. Es war schon recht schwül und roch nach Regen. Genauso spannend wie wir das Wetter beobachteten müssen es ebenso die Karpfen gemacht haben. Es ging rein gar nichts. Erst gegen Abend fing es dann an wie aus Kübeln zu regnen, so stark das wir und zum Kinderschutz ins Auto flüchteten. Aber genau diese Situation sorgte für einen Fressrausch bei den Karpfen. Die Sounderbox jaulte auf und ich spurtete nach einer kurzen Ansage zu meinem Kleinen, er solle im Auto warten, los. Nasser als der Fisch war ich beim Drill und konnte
Fisch Nr. 2 erfolgreich landen. Kaum war ich nach dieser Aktion wieder trocken tönte es wieder aus der Funkbox. Auch dieses Mal sollte ich danach pitsche nass sein. Gut das es danach aber zum regnen aufhörte und die abendlichen Sonnenstrahlen gut taten. Als Abendessen stand heute zur Abwechslung Tortellini mit Schinken Käsesahnesoße auf dem Plan. Nach dem Schmaus kam nun endlich mein Sohn auf den Plan. So sollte ihm am nächsten Tag eine meiner Ruten gehören. Köder waren schnell besprochen und mein schmunzeln schon aufgesetzt. Die Entscheidung die Ruten in dieser Nacht draußen zu lassen sollte sich doch als richtig erweisen. Angeln und Bespaßer schlaucht doch ordentlich.
Sein Tag ist gekommen und das merkte ich schon bei aufwachen, stand mein Kleiner doch schon fertig angezogen vor meiner Liege und kaum die Augen offen kam es mir vor wie zu BW Zeiten. Alles auf und vor der Stube antreten! Kaffee trinken Fehlanzeige, Zähneputzen abgelehnt, Frühstück abgesetzt, alles was ich schnellstens befohlen zu erledigen hatte war die Ruten scharf zu machen. Die Köderwahl beschäftige mich immer noch reichlich im Köpfchen uns so konnte ich wenigstens eine Beköderung nach meinen Geschmack machen. Im Angesicht des mir bekannten war es doch zu unkonventionell. Eine Rute bestückt mit Titanuim und einem 16mm PopUp von TR Baits war meine Wahl. Mein Sohn entschied sich für einen LaCarpa Titanium 18mm Boilie und einem „Nimm2 Soft Sauer“. Nun gut, sein Ding. Die erste Montage brachte ich auch seinen Wünschen entsprechend unter einem Busch zum liegen und NR 2 bei einem alten Ast der ins Wasser ragte. Etwas irritiert von seinen Ködern konnte ich nun endlich das fehlende schwarze Coffein aufsetzen. Den ersten Schluck Kaffee noch ungeschlürft zog etwa 20 Minuten nach ausbringen der Montage die Schnur mit einem kurzen aber gewaltigen Tzzzzt von der Rolle ab. Der Swinger hob sich binnen Sekunden bis ganz nach oben aber blieb dort Knall auf Fall stehen. Kein Mux, keine Bewegung, nur Stille. Nun ja dachte ich mir, sei`s drum, wahrscheinlich das Nimm2 aufgelöst und der Boilie zu weit nach hinten gerutscht. Trink deinen Kaffee Junge, wird schon ging es mir durch den Kopf. Daraus wurde aber nichts. Ein Diet Diet und der Swinger nach unten. Na gut dachte ich mir, beobachten wir das Ganze einmal so aus der Ferne. Vertieft in einen Plausch mit Sohnemann schenkte ich dem ganzen eigentlich nur wenig Aufmerksamkeit und so bemerkte ich es nicht, dass trotz schweigendem Bissanzeiger die Schnurspannung wieder zugenommen hatte. Auf einmal war der kurze Ruck wieder da und holte mich wieder zurück zum beobachten der Swinger. Träume ich, oder bewegt sich da was? Ich stand auf und beobachtete den Einhänger genau. Ein ganz leichtes auf und ab konnte ich registrieren. Was machen? Ich entschied mich dann doch zu einem Anhieb. Oh ja da ist was.
Eigentlich wollte ich die Rute an meinen Sohn übergeben, doch er wollte nicht. Er war am aufbauen seiner Köfirute und schenkte mir keinerlei Aufmerksamkeit. Ok, von einem Drill konnte ich auch nicht sprechen. Das ganze hatte eher Charakter eines nassen Handtuchs. Endlich kam das Etwas näher und ich wartete auf das erste Auftauchen. Ein Schwall an der Oberfläche,etwas silbernes und schon sollte das Rodeo beginnen. Endlich ein Drill, endlich Gegenwehr und diese knallhart. Am Ende konnte ich einen 9 Kg Graser auf meiner Matte begrüßen. Nach dieser Aktion war mein Sohn auch wieder hellwach und orderte den gleichen Köder. Boilie und Nimm2. Strahlende Kinderaugen wenn leuchten widerspricht man ungern und so schipperte die Sache via Futterboot der gleichen Stelle entgegen. 10 Minuten später sorgte an dieser Stelle, dieser Köder für einen strammen 20 Pfünder. Nach diesem Fisch wollte S
ohnemann was Neues antesten und befehligte mir 2 Mikro Withe Berry´s Boilie von TR Baits und leichte 20 Gramm Blei als Montage anzusetzen. Wunsch ist Befehl aber ich sagte ihm eindringlich dass der nächste Fisch von ihm gedrillt werden sollte. Dem willigte er entschlossen ein. 2 Stunden später sein Drill, seine Zeit, sein Kampf mit Material das viel größer ist als er. Noch schwer zu handeln und einer nur leicht führender Hand seines Papa`s gab er sein Bestes. Für ihn eine kleine Ewigkeit später kescherte ich ihm seinen 8 Kilo Brocken. Ganz stolz mit geschwellter Brust forderte er mich zum Fototermin. Zufrieden mit einem Fang an Dady`s Rute griff er sich seine Zeitschriften und dampfte ab. Das bedeutete Ruhe für mich. Ich legte meine beiden Ruten neu aus und ließ mich anschließend in
meinen Stuhl sinken. Im Laufe des Tages sollten auch mir noch 2 Fische auf die Matte kommen. Zwei Spiegler mit ca. 20 Pfund, keine Riesen aber dafür bildhübsch. Solche Fische machen Laune, makellos und Temperamentbolzen. Auch ideal um Kindern die Scheu vor Lebewesen zu nehmen. Streicheln lassen und mit einbeziehen beim Hakenlösen und versorgen. Ein Freund von uns sagte einen prägenden Satz zu meinem Sohn „streichel mal“ „Jetzt nimm den Finger in den Mund“ „Schmeckst was?“ auf das „nein“ meines Juniors folgte „merkste!? Ist nicht giftig - tut auch nix“. So nahm auch dieser Tag ein schönes Ende und die Nacht sollte mir noch einen Aussteiger bringen.
Nun war der letzte Tag abgebrochen. Zeitig packten wir schon alles zusammen was wir nicht mehr brauchten um später noch bis zur Abfahrt ein paar
geschmeidige Stunden zu verleben. Ich nahm auch eine meiner Ruten aus dem Wasser das mein Spross noch seine letzten Maden verdonnern konnte. Eifrig saß er da auf seinen Eimer der ihm als Einsatzsessel diente. Auf einmal stand er da mit krummer Rute und hilfesuchendem Blick. Seine Stimme bekam eine ganz anderen Klang als er schrie „Papa ich hab nen Stör“. Erst dachte ich mir nichts dabei und wanderte langsam in seine Richtung. Doch wirklich, es war ein kleiner Stör der noch versuchte zu entkommen. Schnell den Kescher gepackt und ab auf die Matte. Den Haken schnell gelöst und dabei noch im Turbo ein Foto geschossen durfte der kleine wieder zurück zum wachsen. Mein Sohn wusste nicht so recht was los war, normalerweise ist jeder Fisch glatt und schön zu streicheln. Dieser kleine Wack Stick dagegen war ein richtiges Schmirgelpapier. Wieder eine weitere Erfahrung mehr. Gut so.
Leider kam die Zeit zum abreisen viel schneller als erhofft. Aber die Freude auf Mama hat uns auch ein wenig getrieben. Im Rückblick kann ich nur gutes berichten mit Kind und der Natur. Natürlich sind unsere lieben draußen eingesaut mit Dreck von oben bis unten, aber das gehört dazu. Schmutz beim Zelten macht nicht krank, im Gegenteil es scheint so als würde dieser abhärten. Viel wichtiger ist das fühlen, schmecken, sehen und erleben der Natur. Kinder gehen mit offenen Augen durch die Welt und wollen Eindrücke aufsaugen wie ein Schwamm. Was uns Erwachsenen nicht schadet ist ein Bestimmungsbüchlein im Handschuhfach. Alles muss ja erklärt sein was Kind gerade findet und interessiert aufsammelt. Ich freue mich schon wieder auf das nächste Mal und noch mehr auf die Gesichter erstaunter Eltern wenn sie zum Schulanfang wieder fragen ob es stimmt das mein Kleiner wieder von 6 Wochen Sommerferien ca. 2 Wochen im Zelt mit seinen Eltern am Wasser verbracht hat.
Dietmar Mikutta






